Feb 15 2006

19. Tag auf See …!!

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Zeit: 04.57 UTC Position: siehe Standort auf der Homepage Ziel: Barbados Entfernung zum Ziel: 279 sm Zeit zum Ziel: 2 Tage 12:47 Stunden (bei aktueller Geschwindigkeit) ETA: 18.2.2006 um 18:19 UTC (GMT) Irgendwie ist da einer, der meint, uns fuer die letzten Tage noch ein wenig Action besorgen zu müssen. Die letzte Nacht war relativ ruhig. Keine Squalls, angenehmer Wind und somit „relativ“ wenig Welle. Bis um ca. 6.00 UTC. Ich hatte gerade das Logbuch abgeschickt, Kaffee gekocht und eine Zigarette angemacht, da gab es einen lauten Knall gefolgt von einem flatternden Geräusch. Ich raus und was sehe ich?? Genau…Genuaschot gerissen und das Ding weht im Wind. Nun gut, eigentlich nicht sooo ein Drama. Ich wecke Heike damit wir die Genua einrollen koennen. Leider machen wir dann einen typischen Rookie Fehler. Wir achten nicht genug darauf die übrig gebliebene Genuaschot dicht zu halten und somit rauscht diese aus und weht nun gemeinsam mit der Genua außenbords. Dumm gelaufen!! Erschwerend kommt hinzu, dass sich mittlerweile ein Squall mit mächtigem Wind ueber uns hergemacht hat. Dieser Wind in den Squalls dreht leider ständig auf unterschiedliche Richtungen. Ihr ahnt es sicher…genau…10 Minuten spaeter hatten sich Genua und Genuaschot zu einem Gewusel vereint, welches sich um das Vorstag gewickelt hat. Grrrr,,,! Ich also nach vorne um zu versuchen alles wieder zu entwuseln. Heike am Steuer, versuchend das Schiff auf Kurs zu halten. Lange Rede kurzer Sinn, wir schafften es mittels geschickter Manöver und einigem ziehen und zerren alles wieder gängig zu machen und die Genua kontrolliert auswehen zu lassen. Ok..soweit gut, aber nun das Ding noch aufrollen. Heike musste nun das Schiff sehr exakt steuern, damit sich die Genua ja nicht wieder verwuselt. An die auswehende Schot zu kommen war unmöglich. Im Wind flatternd entwickeln diese Dinger eine Kraft, dass einem Angst und Bange wird. Muss also so gehen. Ran an die Holeleine und rein damit. Pustekuchen!! Durch das Geflatter der Genua und den damit verbundenen Kräften auf die Rollanlage hatte sich die Holeleine aufgescheuert. Ge-schamfillt wie der Segler sagt :-) Ein Ruck und schon war sie durch. Daraufhin hab ich mir erstmal eine Zigarette angezündet und gemeinsam haben wir überlegt was zu tun ist. Einrollen war nicht mehr, einfach Kreise fahren bei dem Wind nicht sinnvoll und runterziehen hab ich mir bei 25 kn Wind allein auch nicht zugetraut. Ganz ehrlich?? Ich hätte am liebsten ein Messer genommen und das Ding abgeschnitten. Ok..also Rollanlage reparieren. Zum Glueck ist diese recht simpel aufgebaut und vor allen Dingen….zugänglich. Ich also mit dem Rest der Holeleine und Werkzeug nach vorne. Dummerweise hatte der Wellengang wieder zugelegt und vorne ging es zu wie auf der Achterbahn. Heike hatte einiges zu tun um das Schiff auf einem Kurs zu halten, der mir nicht immer die Genua um die Ohren schlagen würde. Hat sie aber trotz der besch… Wellen perfekt gemeistert. 1 Stunde spaeter war ich klitschnass, aber die Rollanlage wieder ok. So, jetzt weiterhin schoen auswehen lassen und dann rein damit. Yipieeeeh! Geklappt!! Um 10.30 UTC war alles wieder schoen aufgerollt und wir konnten wieder auf Kurs gehen. Allerdings nur mit Großsegel. Genua und Fock haben Hausarrest! Die Moral von der Geschichte? Wir haben wieder einiges gelernt. Auf so einer 3 woechigen Reise wird Mensch und Material doch ziemlich beansprucht. Wir müssen uns angewöhnen, noch genauer als wir es schon tun, hinzuschauen! Den Rest des Tages verbrachten wir wieder mit Rock“n“Roll….ne Quatsch…war schon mehr Pogodance. Unfassbar! Wir werden umhergeschleudert wie ein Tischtennisball. Aber ……NOCH ca. 2.5 TAGE!!!


Feb 10 2006

14. Tag auf See …!!

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Zeit: 23.00 UTC Position: siehe Standort auf der Homepage Ziel: Barbados Entfernung zum Ziel: 1047 sm Zeit zum Ziel: 6 Tage 9:05 Stunden (bei aktueller Geschwindigkeit) ETA: 17.2.2006 um 09:03 UTC (GMT) Kaum hatte ich gestern das Log abgeschickt, gab es einen tierischen Radau. Ich wie der Blitz raus und sehe das sich die Genua in einem Winddreher vertuedelt hatte. Sch…. vor meinen Augen sehe ich schon eine voellig zerfetzte Genua rumflattern. Also Heike geweckt, Rettungsweste und Lifebelt an und ab aufs Vordeck um zu schauen was machbar ist. Ich machs kurz…..2 Stunden speater……klitschnass aber alles entwuselt :-). Ehrlich gesagt wissen wir bis jetzt noch nicht, wieso sich die Genua sooo vertuedelt hatte (von allein!!). Der Wind schwenkte zwar durch die Squalls hin- und her, aber sooo viel Wind haben sie nun im Moment auch nicht. Anyway…..es funktioniert wieder alles. Glueck gehabt!! Der Tag war auch nicht sooo prickelnd. Der Rock’n’roll geht weiter!! Naja…die Wolken sind zwar weg und die Sonne lacht wieder, aber die Welle ist dummerweise immer noch um die 4m. Laut Wetterbericht muesste es aber morgen wieder gut sein :-) Ich zieh mir jetzt eine Dose Bier auf , knabber eine Apfelsine und vergesse diesen Tag einfach :-) Michael